Hamburg. Ein Streit um die Vermietung von Zimmern in einem Wandsbeker Swinger-Klub sorgt für gewaltigen Ärger im beschaulichen Wandsbek: Der Betreiber des "Eden" an der Jenfelder Straße hatte mehrere Räume über seiner Erlebnisbar laut einem TV-Bericht des Senders HH1 an Prostituierte vermietet - für 18 Euro pro Zimmer und Tag. Kürzlich gab es plötzlich Post vom Bezirk: Der Betreiber wurde aufgefordert, die Mietverhältnisse umgehend zu beenden. Andernfalls drohe ein Bußgeld von 4000 Euro. Schließlich ist es seit vielen Monaten das erklärte Ziel von Bezirksamtsleiterin Cornelia Schroeder-Piller (CDU) die Prostitution aus den Wohngebieten im Bezirk zu verdrängen.
Der 43-jährige Klub-Betreiber setzte die Frauen nach dem Schreiben des Bezirks an die Luft. Gleichzeitig soll er aber gefordert haben, dass ihm bei der Suche nach neuen Mietern geholfen werde. Schließlich gilt die Jenfelder Straße nicht gerade als Top-Lage, die einfach zu vermieten wäre. Der Bezirk lehnte ab. Daraufhin soll der 43-Jährige gedroht haben, seine Zimmer als Büroräume an die NPD zu vermieten. Die Partei sei bereits seit zwei Jahren interessiert.
Die Wandsbeker Politiker interpretierten diesen Vorstoß offenbar als eine Art Erpressungsversuch. Der Staatsschutz prüfte die angeblichen NPD-Verbindungen und fand offenbar heraus, dass der Klub-Betreiber Verbindungen zur rechten Szene habe - durch einen Verwandten, der in Süddeutschland in der NPD aktiv sein soll.
Der 43-Jährige soll daraufhin Strafanzeige wegen Verleumdung erstattet haben - kündigte gegenüber HH1 aber an, sich künftig wohl doch eher nach "normalen" Mietern umsehen zu wollen.
"A reader lives a thousand lives before he dies," said Jojen. "The man who never reads lives only one."
- George R. R. Martin (AdwD - p.452)